Ju-Jutsu

Selbstverteidigung und Kampfsport für Kinder, Jugendliche und Erwachsene

Deutsches Ju-Jutsu ist ein modernes, offenes Selbstverteidigungssystem für die Praxis des täglichen Lebens sowie klassische Kampfkunst in einem. Ju-Jutsu als (übersetzt) „sanfte Kunst“ basiert hauptsächlich auf Selbstverteidigungstechniken. Jede Verteidigungstechnik ist gegen mehrere Angriffsarten anwendbar, und durch beständiges Üben werden die Bewegungsabläufe automatisiert. In Kombinationen können die Techniken dann sinnvoll verbunden und in der freien Verteidigung gegen freie Angriffe als echte Selbstverteidigung angewendet werden. Bei dieser Methode wird bereits mit einer kleinen Auswahl von Verteidigungstechniken von Anfang an ein größtmöglicher Nutzeffekt durch variable Anwendung erzielt. Bestehende Konzepte werden kontinuierlich erweitert und optimiert, ohne sich an die Einschränkungen bestimmter Stile oder Philosophien zu halten (vgl. dazu Jeet Kune Do).

Der Sport wird durch die Dachverbände Deutscher Ju-Jutsu-Verband (DJJV) und Deutsches Dan-Kollegium (DDK) organisiert. Diese entwickeln auch das Regelsystem weiter, regeln die Prüfungsvorschriften, verleihen Gürtelgrade und organisieren Wettkämpfe.

 

Ursprünge

Die Wurzeln des Ju-Jutsu sind Aikidō, Judo (die selbst wiederum aus Jiu Jitsu entstanden sind) und Karate. Aus jeder dieser Kampfkünste wurden die für das System Ju-Jutsu besten Techniken vereint. Die Techniken wurden auf die Bedürfnisse des Ju-Jutsu abgestimmt und werden deshalb nicht zwingend genau so ausgeführt wie in der Original-Budosportart, der sie entstammen.

Aikidō:  Hebel- und Wurftechniken

Judo:     Fall-, Wurf- und Bodentechniken

Karate: Atemi-Techniken (Schläge und Tritte)

Durch die Reformierung im Jahr 2000 sind über die drei oben genannten Kampfstile hinaus Techniken aus Kampfsportarten wie Kick- oder Thaiboxen, Kali-Arnis-Escrima, Ringen usw. aufgenommen worden. Beispielsweise wurde die Messer- und Stockabwehr zum Großteil den philippinischen Kampfkünsten entnommen.

 

Prinzip und Technik

  • Ju-Jutsu besteht aus folgenden Elementen:
  • Falltechniken
  • Abwehrtechniken
  • Bodenkampf
  • Atemitechniken (Schlag- und Trittechniken)
  • Wurftechnik
  • Hebeltechniken
  • Sicherungstechniken
  • Nothilfetechniken
  • Waffenabwehr
  • Transporttechniken
  • Nervendruckpunkttechniken

Ju bedeutet nachgeben oder ausweichen oder wörtlich „sanft“, Jutsu „Kunst“ oder „Kunstgriff“. Der Begriff Ju-Jutsu bedeutet somit in etwa „Sanfte Kunst“. Ju-Jutsu ist also die Kunst, durch Nachgeben bzw. Ausweichen mit der Kraft des Angreifers zu siegen. Falls erforderlich, kann ein Angriff jedoch auch in direkter Form mit Atemi-Techniken (Schlag-, Tritt- und Blocktechniken) abgewehrt werden. Alle Angriffe können in harter oder weicher Form nach dem Prinzip der Verhältnismäßigkeit angewendet werden. Daher ist die freie Übersetzung von Ju „flexibel“. Also ist Ju-Jutsu die Kunst, flexibel bzw. vielseitig auf einen Angriff zu reagieren.

 

Quelle: wikipedia.org/wiki/Ju-Jutsu